Eintauchen in die bunte Welt der Mayas

Heute treffen wir zum ersten Mal unsere Reisegruppe, mit welcher wir die nächsten 16 Tage durch Guatemala, Belize bis nach Mexico touren werden. Die Tour von G-Adventures versprach sehr einfache Unterkünfte, Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln, viel Zeit um die Gegend selbst zu erkunden und dies zu einem günstigen Preise. Nachdem wir so lange zu zweit herumgereist sind, sind wir nun gespannt auf unsere Reisegruppe! Da die Tour jedoch gemäss dem Anbieter für 18 – 35jährige gemacht ist, befürchten wir etwas, die nächsten Wochen mit trinkfreudigen 18-jährigen herumzutouren.

Zum Glück stellte sich die Befürchtung als unbegründet heraus. Stattdessen trafen wir auf eine bunt gemischte, lustige, interessante Gruppe von Gleichaltrigen aus Australien, England und Deutschland. Toll, das dürfte eine super Tour werden!

Die ersten Tage hatten wir Zeit, um das Kolonialstädtchen Antigua selbst zu erkunden. Und wir haben uns sofort verliebt in dieses Städtchen! Die Menschen sind freundlich, die Strassen mit Steinen gepflastert, die Gebäude farbig, es gibt schöne Plätze wo sich die Einheimischen treffen, es hat herzige Restaurants, Cafes, Bars und einen Laden wo fantastische Schokolade (das ist Karins Beurteilung – sie muss es ja wissen :-) aus einheimischem Cacao produziert und verkauft wird.

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Aber auch in Antigua ist der westliche Einfluss nicht ausgeblieben. Und so findet man im Zentrum globale Ketten wie Subway neben traditionellen Restaurants.

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Christian ist es sich ja gewohnt, sich unter den Einheimischen ein bisschen als Riese zu fühlen. Für Karin war es hingegen ein ganz neues Gefühl, als sie auf dem Markt die einheimischen Frauen UND Männer überragte…

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Über Weihnachten war auch in Antigua einiges los, es waren viele Leute unterwegs und überall hatte es viele Strassenstände. Wir haben natürlich (fast) alles ausprobiert – von Tortillas über eine Art frittierte¨Knödel¨ mit Bohnenmus drin bis zu Maistaschen mit Milchreis drin, welche eine Frau auf der Strasse aus dem Kofferraum ihres Autos verkaufte. Es war alles fantastisch gut!

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Seid ihr jemals in einem ¨Chicken Bus¨ gefahren? Nein? Dann gibt es hier eine Einführung.

Chicken Busse, so heissen die bunten, lokalen Busse (ehemalige Schulbusse), welche für die Einheimischen als Transportmittel im ganzen Land dienen.

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Regel Nr. 1: Der Bus ist nie voll. Auch wenn es für westliche Verhältnisse zu voll ist im Bus, passen hier in Guatemala noch mind. 10 Erwachsene, 15 Kinder und ein paar dutzend Säcke voll Reis in den Bus rein.

Da lächelten wir noch, denn wir konnten uns zusammen mit Einheimischen auf die enge Sitzbank quetschen.

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Als wir den Bus wechselten, konnte sich unsere Gruppe nur im Eilzugtempo in den vollen Bus quetschen, der Letzte konnte gerade noch aus Trittbrett springen bevor der Bus lossauste. Wir hatten uns bis in den (bereits vollgestopften) Mittelgang vorquetschen können und für Karin bestand die Kunst nun darin die kurvenreiche Fahrt ohne Kotztüte zu überstehen… Wie ihr euch vorstellen könnt, ist es auch nicht ganz einfach aus diesem vollen Bus wieder hinauszukommen – da sind einige artistische Manöver notwendig und zwar nicht nur vom Aussteigenden.

Fazit: Eine Chicken Bus Fahrt ist definitiv ein Erlebnis, bei dem man etwas über Land und Leute erfährt. Aber vor allem Karin ist froh, dass wir auch noch andere Transportmittel nutzen.

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Wie die Schokolade zur Schweiz gehören die bunten Märkte zu Guatemala. Und heute werden wir den wohl bekanntesten in Chicicastenango besuchen. Yepee :-)

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Früchte, Gewürze, bunte Stoffe und dazwischen die traditionell gekleideten Mayas – der Markt erschien uns wie ein buntes Feuerwerk.

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Als wir von der Hauptmarktstrasse voller Souvenirs abbogen und tiefer in den Markt hineingingen, waren wir fast nur noch von Einheimischen umgeben. Die einen trugen ihre Kinder in einem Tuch, andere schleppten Säcke und wieder andere feilschten um den Preis ihrer Waren.

Einheimische Frauen beim formen der Maistortillas bei einem der vielen Essensstände.

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Für die Mayas war heute ein Feiertag und so schauten wir zusammen mit vielen Einheimischen der bunten Parade mit Tänzen zu während wir ein typisches Mittagessen mit Maistortillas, Reis, Hühnchen genossen.

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Die Zeit auf dem Markt verflog wie im Flug und war leider für unsere Begriffe viel zu kurz.

Am Atitlansee, der von drei Vulkanen umgeben ist, war es dann einiges ruhiger. Doch bevor wir uns in die Federn legten, schauten wir uns das Örtchen Panajachel bzw. die zahlreichen Stände noch etwas genauer an und assen zusammen mit Einheimischen an einem Stand neben der Strasse. Es ist wirklich ein Schlemmerparadies und wir geniessen die sowohl köstlichen wie auch günstigen Strassenstände mit all den lokalen Spezialitäten in vollen Zügen. Bis jetzt geht es unseren Mägen (dennoch) gut :-)

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Zusammen mit unserer Gruppe waren wir am nächsten Tag mit dem Boot unterwegs, um die Dörfer am Ufer des Atitlansees zu entdecken und mehr über die dort wohnhaften Mayas zu erfahren.

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Bevor es am Abend zu einem kleinen Dorf am Atitlansee zur Übernachtung bei einer lokalen Maya-Familie ging, hatten wir noch eine Schreckensminute. Als wir im Hafen auf die Abfahrt unseres Fischerbootes wartete, bretterte plötzlich ein anderes Boot heran (der Fahrer hatte Bremse und Gas verwechselt). Wir hörten nur Leute schreien und dann wurde Karin vom heranrasenden Boot am Kopf getroffen. Zum Glück blieb es bei Kopfweh und einem Schrecken….

Am Abend zeigte uns die lokale Bevölkerung ihre Gemeindschaftsprojekte wie der Garten mit Medizinpflanzen und die Verarbeitung der Baumwolle. Hier wird die Wolle noch nach alter Tradition mit natürlichen Farben (z.B. Karotten für orange) gefärbt.

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Unsere Maya-Gastfamilie gab sich extrem viel Mühe mit uns. Und so hatten wir trotz ein paar Sprachbarrieren einen unterhaltsamen, interessanten und lehrreichen Abend. Dabei haben wir nicht nur gelernt Maistortillas zu formen und backen, sondern auch ein paar Worte in der Maya-Sprache gelernt und einen Einblick ins heutige Leben der Maya-Nachfahren erhalten.

Unsere Gastmutter tischte uns ein einfaches, aber köstliches Essen auf.

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Sonnenaufgang über dem Atitlansee.

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Ein traditionelles Frühstück mit Ei, Bohnenmus, Ziegenkäse, Maistortilla und frittierten Banenen bei unserer Gastfamilie. Dazu gibt es Kaffee aus Guatemala und für die Unterhaltung sorgte heute Morgen einer der Söhne, da der Vater bereits bei der Arbeit war. Es ist der 24. Dezember und die Familie hat ein ganzes Zimmer eigens für Weihnachten dekoriert und mit bunten Lichtern geschmückt.

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Mit vielen Eindrücken verliessen wir unsere Gastfamilie, den Atitlansee sowie die bunten Märkte  und kehrten zurück ins hübsche Kolonialstädtchen Antigua.

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