Suesses Farmleben in Mc Bride

Waehrend unserer Reise wollen wir zwischendurch auch mal einige Wochen an einem Ort bleiben und gegen Kost & Logie ein bisschen arbeiten. Nebst einem weichen Bett, erhofften wir uns dadurch auch einen Einblick in das Leben der Einheimischen und ihren Alltag zu erhalten.

DSC05191So kamen wir voller Spannung in der “Kleinstadt” Mc Bride an und waren sehr gespannt auf unser neues ‘zu Hause’ und unsere Gastgeber.

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Home sweet home ;-)

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Massage gefaellig?

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Das aufgeraeumte Buero.

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Fuer Kollege Elvis bleibt ein Teil der Weihnachtsdekoration das ganze Jahr aufeghaengt. Ah ja, das Gewehr ist nicht fuer faule Arbeiter, sondern gegen Baeren.

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Nebst dem Familienhund Rocco, scheint auch Elvis ein Freund der Familie zu sein.

Ja, der erste Eindruck war wirklich nicht das gemuetliche Heim, das wir uns erhofft hatten. Die ersten beiden Tage mussten wir uns dann auch an das Chaos, die Hygiene- Bedingungen und an unsere Mitbewohner gewoehnen.

Schneller als wir dachten haben wir Rocco, den schielende Hund,…..

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Felix, den man am Abend immer zudecken muss…

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Und natuerlich unsere Gastgeber Bobby und Nelson ins Herz geschlossen.

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Zu lachen hatten wir immer etwas in der Backstube :-)

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Kritischer Blick – wenn es um sein Brot geht, versteht Nelson keinen Spass.

Bobby und Nelson sind immer fuer einen Schwatz zwischendurch zu haben – da arbeiten sie lieber bis Mitternacht, als alles effizient zu erledigen. Die Produkte werden auf verschiedenen Maerkten verkauft, am Mittwoch gehts ins ca. 150km entfernte Jasper, am Wochenende werden 3 Maerkte in der Region um Edmonton abgedeckt. Hierfuer fahren sie ab Freitag Abend die ganze Nacht durch und schlafen nur ca. 2 Stunden im Auto bevor der Markt losgeht. Ein verrueckter Lebensstil! Die beiden sind um die 60 Jahre alt, aber insbesondere Bobby hat Energie fuer 10.

Eigentlich sollte uns Arbeit auf einer Biofarm mit kleiner Baeckerei erwarten. Es war dann aber fast ein 100% Job in ihrer eigenen Baeckerei. Karin hat dies natuerlich mehr gefreut als Christian.

Fuer Karin war es ein Job mit hohem Spassfaktor. Zusammen mit Bobby war sie fuer die suessen Backwaren zustaendig und hat in den drei Wochen etliche Fruchtkuchen, Bananenbrote, Cookies, Zimtschnecken usw. selbstaendig gemacht. Die Rezepte stammen allesamt von Bobby’s Familie. Doch Bobby ist eine lockere “Chefin” und so konnte Karin Rezepte abaendern oder Neues ausprobieren, wie es ihr gefiel. Karins Apfeltarts mit Streusel haben sich dann auf dem Markt so gut verkauft, dass Bobby sie gerade in ihrer Baeckerei eingagieren wollte :-)

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Fruchtkuchen, Bananenbrote, Schokoladen-Zucchinikuchen usw. Es ist ein suesses Schlaraffenland fuer Karin.

Christian hingegen war weniger gluecklich, denn nebst einigen wenigen Aufgaben im Gewaechshaus, war er meist am Brot abpacken und beschriften.

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Aber oho, irgendwann ist er dann zum Baecker in der Brotproduktion aufgestiegen. Von Honig-Curry-Brot ueber Zimt-Rosinen-Brot bis zu Spinat-Feta-Brot werden woechentlich zig verschiedene Brote produziert und im Steinofen gebacken.

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Da meistens bis gegen 8 Uhr Abends durchgearbeitet wurde, genossen wir meist einen freien Vormittag und machten uns morgens mit dem Fahrrad oder zu Fuss auf, um die Umgebung zu erkunden.

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Berge, Waelder, ein Fluss, ein kleiner See und Getreidefelder – so sieht die Umgebung von Mc Bride aus.

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Eine gemuetliche Fahrt mit dem Cruiser-Velo von der Farm. Leider ganz ohne Gaenge, so war nur das geradeaus fahren patschifig ;-)

Mc Bride hat 500 Einwohner und ist fuer die wenigen Touristen schoen herausgeputzt.

Ah ja, Mc Bride vermarktet sich als “Bahn-Dorf”. Im Gegensatz zur Schweiz haben hier allerdings die Gueterzuege Vorrang vor den Personenzuegen (wer mit dem Zug und nicht mit dem Auto faehrt, ist gemaess den Einheimischen ohnehin verrueckt..). Wir mussten jeweils das Bahngleis ueberqueren, um von der Farm in die Stadt zu gelangen. Mehr als einmal sind wir gerast, als wir einen Zug naeherkommen sahen. Denn die Gueterzuege sind extrem lang und fahren sehr langsam, so dass man eine halbe Ewigkeit am Bahnuebergang warten muss.

Das die naechst groessere Ort weit weg ist, verfuegt Mc Bride ueber ein Spital, Lebensmittelladen, mehrere Restaurants, Bibliothek usw. Aber die Kanadier sind sich auf jeden Fall andere Distanzen gewoehnt. Fuer einen Zahnarzttermin muessen sie z.B. bis nach Prince George fahren, das ist ca. 210 km (ein Weg!) entfernt – ein Katzensprung fuer die Einheimischen.

Waehrend unseren drei Wochen in Mc Bride hatten wir sehr schoenes und gemaess den Einheimischen unueblich warmes Wetter. Jeden Tag schien die Sonne, der Himmel leuchtete im schoensten blau und die Blaetter verfaerbten sich immer mehr. Super Wetter also fuer unsere Morgenausfluege, in der Backstube waren die Temperaturen dafuer dann tropisch!

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Mc Bride – die Eisenbahn ist ueberall praesent.

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Der Bahnhof von Mc Bride – dem “Bahndorf”.

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Die zahlreichen Schulbusse holen die Kinder jeden Morgen vor der Haustuere ab.

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Fuer die Hunde gab es Selbstbedienung: Futter direkt aus der Tuete und Wasser aus der Toilette….

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…und auch wir mussten unser Essen zusammensuchen ;-) Nein nein, Christian bereitet hier nur das Fass fuers Sauerkraut vor. Zu essen hatten wir immer reichlich! Gemuese von der Farm, viiiiiiel Fleisch und noch viel mehr Suesses. Gemaess den Besitzern konnten wir Gemuese, Fruechte von der Farm und alles aus der Baeckerei essen. Insbesondere Karin waehnte sich im Paradies und genoss Fruchtkuchen zum Zmorga, Zimtschnecken zum Zmittag, Cookies zum Zvieri…. Da Nelson ein super Koch ist, gab es selbstverstaendlich immer noch ein gekochtes Znacht. Immer sehr gut, meistens jedoch nicht gerade sehr gesund – typisch kanadisch halt.

DSC05281Und wer macht den Abwasch? Damit wir die schmutzigen Teller nicht noch auf dem Boden stapeln mussten, haben wir jeweils abgewaschen. Unseren Gastgebern schien das Chaos nichts auszumachen.

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Schon sind die drei Wochen auf der Farm in Mc Bride vorbei und wir sind um eine interessante Erfahrung reicher :-) Die unterhaltsamen und voellig uebertriebenen Geschichten unserer Gastgeber haben uns manchen lustigen Abend beschert, wir wissen jetzt auch wie viel die komplette Verwandschaft verdient (die Kanadier reden sehr gerne uebers Geld), haben unsern Wortschatz (insbesondere an Fluchwoertern) verbessert. Doch wir haben auch sehr warmherzige, glueckliche und extrem lebensfrohe Menschen kennengelernt. Die Kanadier sind ein crazy Voelkchen (unsere Gastgeber noch ein bisschen mehr als der Rest…), doch auch sehr herzlich und offen. Als unsere Gastgeber z.B. mal nicht zu Hause waren, haben uns Freunde von ihnen am Abend spontan zu sich nach Hause eingeladen, damit wir nicht alleine sind.

Ab morgen sind wir wieder unterwegs “on the road”, mit ein paar Erfahrungen und ein paar Kilos (ab morgen wird gefastet!) mehr im Gepaeck ;-) Zuerst geht’s nach Calgary und dann quer durchs Land in den Osten von Kanada. Nach den Bergen, Gletscher, Seen, Waeldern im Westen Kanadas sind wir nun gespannt auf die Weiten im Landesinnern und den Osten von Kanada.

 

 

 

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