Wir suchen sie nicht, die Standardtouren, welche verschiedenste Tourveranstalter an den Kunden bringen wollen und meist überteuert sind. Wenn möglich organisieren wir unseren Transport selbst und entscheiden wann, wo und wie lange wir verweilen möchten.
Es gibt aber Routen, da ist alles auf die Tourenanbieter eingerichtet, dass es schwierig bis fast unmöglich ist, sich selbst durchzuschlagen. Hier in Ostjava war es also wieder mal so weit und wir schlossen uns einem Touranbieter an und hofften es möge nicht all zu komerziell werden. Von Malang aus sollte unsere gebuchte Vulkan Tour uns bis zur Fähre Richtung Bali bringen.
So steht man dann also mit einer Horde auf einem Berg hinter einem Geländer und wartet auf den Sonnenaufgang, nach dem man um 1.00 Uhr Nachts aus den Federn musste. Das mag vielleicht aufregend sein für jene, die die Sonne noch nie über Berggipfeln haben aufgehen sehen, für uns ´Älpler´ etwas ganz normales. Aber eben, das gehört zum Tourpacket, alle verlassen das Hotel zur gleichen Zeit und bringen die Leuten an denselben Ort. Lustigerweise bieten alle dasselbe Programm an, einzig die Wahl eines Lunchpackets bleibt dir freigestellt.
Uns hätte der Ablick des Vulkanes Bromo auch bei Sonnenschein genügt, denn dieser war wirklich beeindruckend.
In einem Feld von 4×4 Jeeps rasten wir wie im Rallye Dakar über die Wüstenlandschaft Richtung Fuss des aktiven Vulkanes Bromo, dessen letzte Eruption sich 2011 ereignet hatte.
Von dort war es rund ein 30 minütiger Fussmarsch bis auf den Gipfel. Einige der vielen asiatischen Touristen, nicht alle sehr sportlich, nahmen den Anstieg auf dem Rückes eines Pferdes in Angriff. Nur die letzten Meter bis zum dampfenden Kraterrand mussten alle im Gänseschritt auf einer Treppe bewältigen.
Verkäufer findet man überall, wo es Touristen gibt. Hier verkaufen sie Blumen als Opfergaben für den Vulkan.
Die Mondlanschaft unter uns, hatte so nichts mit dem bisher gesehenen sattgrünen Java zu tun.
Nach der morgendlichen (bzw. nächtlichen) Tour mit dem Jeep sollte uns im Dorf neben dem Vulkan ein anderer Transport erwarten, welcher uns weiter zum Ijen Plateau bringen sollte. Der Besitzer des Tourenveranstalters in Malang hatte uns versichert, dass sie mit keiner anderen Agentur kooperieren würden und, da sie keine anderen Buchungen für den Tag hatten, wir den Minibus ganz für uns alleine hätten. Wir warfen uns nur einen Blick zu und stellten uns auf alles ein. Zu viele Geschichten hatten wir gehört von Reisenden, welchen von den Tourveranstaltern das Blaue vom Himmel versprochen worden war und schlussendlich waren sie mit 3 Stunden Verspätung, zusammengequetscht mit zig anderen Reisenden im Mittelgang eines Busses befördert worden.
Doch wir wurden positiv überrascht und im Dorf wartete tatsächlich ein Bus und unser persönlicher Fahrer auf uns. Wow, was für ein Komfort! Wir streckten die Beine aus, machten es uns gemütlich und genossen die spannende 4-stündige Fahrt vorbei an tropischen Wäldern, bepflanzten Feldern, durch kleine Dörfer, auf einer schmalen Strasse durchs Gebüsch, bis wir in einem kleinen Ort das Nachtlager erreichten.
Da wir sozusagen unseren privaten Fahrer hatten, entschieden wir am nächsten Tag die Fahrt zum Ijen Vulkan später als die anderen Touren in Angriff zu nehmen.
So waren auf dem Aufstieg zum Ijen, den weit weniger Touristen als am Vortag am Bromo erklommen, auch schon die strubbeligen Affen hellwach.
Der Ijen ist für sein Schwefelvorkommen bekannt und täglich werden rund 8 Tonnen von diesem Rohstoff von vielen Männern den Berg heruntergetragen. Immer wieder kamen uns Männer entgegen, die unter der Last gebückt gingen und trotzdem gut gelaunt grüssten.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Schwefel hat einen tiefen Wert und wird nur dank der tiefen Abbaukosten am Ijen gewonnen. Der grösste Teil kaufen die regionalen Zuckerfabriken, die damit den Zuckerrohr bleichen.
Nur wegen mangelnder Arbeit in dem übervölkerten Java tun sich die Arbeiter diese Schinderei an. Bezahlt werden sie nach Gewicht des getragenen Schwefels. Ein starker Träger verdient rund 10 Fr. pro Tag, immerhin das fünffache des Verdienstes, eines einfachen Bauers. Bis zu 80 kg wiegen die beiden Körbe, die zuerst vom Schlund zum Kraterrand und dann ins Tal geschleppt werden. Nur wenige können die Arbeit läger als zehn Jahre aushalten, oftmals mit schweren körperlichen Schäden.
Auch uns stieg der Schwefelgeruch sofort in die Nase, als wir den Kraterrand erreichten. Unter uns der grosse Kratersee, der als grösstes Schwefelfass der Erde gilt.
Die Aussicht war eindrücklich und Karin verschlang ihr Frühstücksei mit einer Prise Schwefel.
Wir hätten noch eine ganze Weile hier oben in dieser unwirklichen Welt verbringen können, doch zum einem stach der ätzende Geruch im Hals und zum andern wartete unser Fahrer der uns an den Hafen ganz im Osten von Java bringen sollte.
Mit Eindrücken von der kulturellen und freundlichen Stadt Yogja und den rauchenden Vulkanen Javas ging es mit der Fähre auf Richtung Bali, der Insel der Götter und tausend Tempeln.















