Götterinsel Bali (Teil I): Lovina und Amed

Bali – die Insel aus der Träume gemacht sind. Palmen, tiefblaues Meer, Strände, Reisfelder, ein angenehmes Klima, freundliche Einheimsche… der perfekte Ort also für traumhafte Ferien. Oder Flitterwochen. Auf jeden Fall lautete die zweite Frage der Einheimischen immer ¨Seid ihr in den Flitterwochen?¨. Die erste Frage lautete übrigens ¨Woher seid ihr?¨. Wenn wir Schweiz oder Europa antworteten, nickten sie eifrig und meinten ¨Yes, yes, Europa. Ist das bei Neuseeland? Oder Kanada?¨.

Wir wussten also, dass es auf Bali viel touristischer sein würde als auf Java. Aber dennoch waren wir etwas geschockt, wie viele Verkäufer sich auf uns stürzten, als wir das Fährterminal in Bali verliessen. ¨Braucht ihr ein Taxi, Moped, Busticket, T-Shirt, Getränke, Essen….. Dass sie uns keinen Elefanten verkaufen wollten, war gerade ein Wunder. Wobei…Karin hätte dann wahrscheinlich direkt zugegriffen ;-) Schlussendlich entkamen wir der Meute und schafften es zum Busterminal, wo bereits die nächste Meute wartete.

Nachdem wir etwa eine Stunde in der Mittagshitze auf dem Busterminal gewartet hatten, kletterte einer der Männer, welcher bislang mit seinen Kollegen Karten gespielt hatte, in einen kleinen und klapprigen Bus. Nachdem wir unsere Rucksäcke in den winzigen Kofferraum gepackt hatten, quetschten wir uns in den Bus, in welchem sich der Fahrer und die meisten Passagiere bereits eine Zigarette angesteckt hatten. Der Bus sollte noch ganz gefüllt werden, da es noch einige Stehplätze hatte und so ging es im Schneckentempo durch die Hafenstadt. Sogar eine Frau mit Krücken überholte uns ;-) . Doch als der Stadtrand erreicht war, drückte der Chauffeur aufs Gas und wir brausten in einem Affenzahn über die schmale Strasse. Mindestens bis zum nächsten Reisfeld, wo der Fahrer aprubt abbremste. Was ist denn jetzt los? Ach so, die Frau aus der hinteren Reihe hat bloss Hunger bekommen und wollte sich am Strassenstand etwas zu essen kaufen. Kaum war sie wieder im Bus ging es rasant weiter, bis zur nächsten Häuseransammlung. Es versteht sich von selbst, dass wir im unklimatisierten Bus mit Stopp an jedem Reisfeld die einzigen Touristen waren. Es war auf jeden Fall eine erlebnisreiche und authentische Fahrt. Zwischendurch musste noch der Bus repariert werden, dann wurden wieder ein paar Säcke Reis in den Bus gehievt, Kinder stiegen ein…

Und trotzdem kamen wir irgendwann in Lovina, einem Küstenort im Norden von Bali gelegen, an. Wo, wie könnte es anders sein, bereits die nächste Meute von Verkäufern wartete. Nur liessen sich diese nicht so rasch abschütteln, sondern fuhren uns mit dem Moped auf unserem Weg zum Hotel hinterher. Wo waren wir hier nur gelandet? Und hier waren wir wohlgemerkt in der Nebensaison im Norden Balis, wo doch der Süden der Insel als bedeutend touristischer gilt…. Doch diese Gedanken waren schnell vergessen, als wir über eine ungeteerte Seitenstrasse unsere Unterkunft für die nächsten Tage erreichten. Unsere Terrasse in den von einem Holländer und einer Balinesin geführten Balinda Rooms, war eine Oase! Mit Blick über den Seerosenteich und die Palmwipfel konnten wir uns sehr gut entspannen.

DSC01052

Am Morgen servierte uns die Mitarbeiterin frische Bananen-Pancakes, tropische Früchte und Bali-Kaffee auf die Terrasse. Die einzigen Geräusche, welche wir hier hörten, war das Gackern der Hühner vom Bauern nebenan und das Plätschern des Brunnens im Seerosenteich.

DSC01059

Und auch sonst freundeten wir uns rasch mit Lovina an und genossen die Annehmlichkeiten, welche ein touristischer Ferienort so bietet. Und irgendwann gaben auch die aufdringlichen Verkäufer auf. Naja, fast zumindest.

DSC01056

Es gibt ein paar schöne Strandabschnitte, doch an den meisten Orten von den Einheimischen fürs Abstellen ihrer Fischerboote gebraucht und ist weniger zum sonnenbaden geeignet.

DSC01063

DSC01075

20140516_182025

Von Lovina aus reisten wir in den Osten der Insel, nach Amed. Da hier der öffentliche Transport nicht existent ist, machten wir es wie alle anderen Reisenden und mieteten ein Auto mit Chauffeur. Zuerst machten wir einen Grosseinkauf auf dem Früchtemarkt. Hier gab es alles was das Früchteliebhaber-Herz begehrt und so probierten wir auch gleich die für uns neuen, für Bali jedoch typischen, Früchte wie Salak bzw. in Deutsch Schlangenhautfrucht und Mangostane aus.

DSC01138

Die Sonne brannte auf uns nieder, so dass wir nur einen kurzen Stopp am Hafen von Singaraja, der zweitgrössten Stadt der Insel, einlegten.

DSC01083

Auf der immer schmaler werdenden Strasse brausten wir dann Richtung Osten, wo bald die Küste und der Vulkan in unser Blickfeld kamen.

DSC01085

Amed ist ein längerer Küstenstreifen zu welchem mehrere Orte gehören. Die Gegend hat in den letzten Jahren an Popularität bei den Touristen gewonnen, ist aber dennoch viel ruhiger als der Süden und Norden der Insel. Glücklicherweise wurde die Gegend von riesigen, hässlichen Hotelkomplexen verschont. Stattdessen gibt es hier zahlreiche kleine und feine Guesthouses, Bed & Breakfasts und Miethäuser. Karin, die einen gesunden Ehrgeiz hat wenn es um das Finden einer speziellen und schönen Unterkunft geht, hatte hier keine einfache Entscheidung. Wir hatten entschieden, uns in Amed mal wieder eine etwas bessere und teurere Unterkunft zu leisten. Wohlgemerkt, dies bedeutet für uns keine CHF 200 Nacht im Luxushotel. Sondern vielmehr eine spezielle Unterkunft, welche etwa das Doppelte kostet im Vergleich zu den einfachen Guesthouses um die 20 Franken, in welchen wir normalerweise absteigen. Anonyme 08/15 Hotels sagen uns ohnehin nichts, wir mögen mehr die speziellen, persönlichen Unterkünfte mit Flair.

DSC01135

Im Bed & Breakfast Aquaterrace, welches nur über drei Zimmer verfügt, fühlten wir uns sofort wohl. Was nicht nur am feinen Begrüssungsdrink lag ;-)

DSC01086

Wir genossen traumhafte Tag an der Ostküste Balis! Wir beobachteten die bunten Fische beim schnorcheln, dümpelten im Pool, den wir die meiste Zeit für uns alleine hatten,

DSC01105

DSC01110

DSC01117

bewunderten während dem Morgen-Yoga den Sonnenaufgang von unserer Terrasse aus,

20140519_061500

probierten die balinesische-japanische Köstlichkeiten unserer Gastgeber (beim Besitzerpaar handelt es sich um einen Balinesen und eine Japanerin, was sich auch in ihren feinen Gerichten zeigt. Wir genossen es, mal etwas anderes als frittierten Reis zu essen..),

DSC01121

spazierten der Küste entlang durch die kleinen Örtchen,

DSC01127

DSC01131

oder genossen einfach die wunderschöne Aussicht von unserer Terrasse aus aufs Meer.

DSC01139

Eine balinesische Massage durfte bei diesem Entspannungsprogramm natürlich nicht fehlen. Doch während Christian nach der Massage selig lächelnd zurück ins Zimmer schwebte, hinkte Karin die Treppe hinauf, da ihr alle Muskeln schmerzten (nicht ganz so schlimm wie bei der Massage in Thailand, aber nahe dran…). Sie hatte definitiv die rabiatere der beiden Masseusen erwischt. Der Nachmittagssnack mit kaltem Kaffee und Glace, welchen man uns aufs Zimmer brachte, mochte den Schmerz dann allerdings etwas lindern ;-)

20140519_153425 So sehen glückliche und entspannte Reisende aus!

DSC01152

Ein letzter Blick von unserer Terrasse aufs Meer, eine freundliche Verabschiedung von den Angestellten und dann sanken wir entspannt auf den Rücksitz des gemieteten Transportes. Die Fahrt nach Ubud, im Landesinnern der Insel gelegen, war dann aufgrund der Kurven und des Verkehrs mindestens für Karin nicht mehr so entspannt (könnte man die Reiseübelkeit wegtrainieren, sie würde alles dafür tun. Geht ja aber leider nicht). Und dann waren wir da – in Ubud, wo uns die Besitzerin unseres Homestays bereits aus dem Innenhof entgegeneilte…

Hinterlasse eine Antwort