Da wir aus Erfahrung wissen, dass man abseits der Touristenorte (und wie wir in Panama herausgefunden haben, sogar in den Touristenorten) mit Englisch nicht sehr weit kommt, haben wir uns für einen Spanischkurs im Bergstädtchen Boquete angemeldet. Auf dieser Höhe von 1000 MüM herrscht ein angenehmes Klima, so sollte der Lernerfolg doch hoffentlich nicht ausbleiben. Nebst dem Spanischkurs wollten wir auch einen vertieften Einblick ins Leben von Einheimischen erhalten und so entschieden wir uns für einen Aufenthalt bei einer lokalen Familie. Die Schule hatte uns bereits vorgewarnt, dass die lokalen Familien sehr einfach wohnen würden und es in dieser ländlichen
Gegend halt auch grosse Insekten und Käfer in unserem Zimmer haben könnte – aber diese würden uns nicht aufessen. Na zum Glück
Wir waren gespannt auf unsere lokale Gastfamilie.
Mit Habla Ya hatten wir eine gut organisierte Sprachschule, mitten in Boquete gelegen, gefunden.
Wir haben uns für den Kurs ´Spanisch für Reisende´ angemeldet und sollten in einer Miniklasse von max. 4 Personnen besonders gefordert werden. Und wer wurde am Montag von unserer sympatischen Lehrerin begrüsst? Genau – nur wir zwei.
Die Kursvormittge vergingen wie im Fluge. Die engagierten Profesoras verstanden es den Stoff mit viel Humor und Realitätsnahe herüberzubringen. Zu lachen hatten sowohl wir wie auch die top gestylten Lehrerinnen ab uns, immer etwas. So lernt man die Sprache doch gleich viel besser.
Am Nachmittag hatten wir frei und büffelten Vokabeln (wie Musterschülerin Karin auf dem Bild
) oder machten einen Spaziergang grünen Umgebung von Boquete. Jetzt, zum Ende der Regenzeit, steht alles in voller Blüte.
Auf dem Hauptplatz assen wir jeweils unser Mittagessen, meist eine Papaya oder etwas aus einer Bäckerei und Karin schlürfte ihr Lieblings- Zimtweizen-Getränk. Übrigens wird sie regelmässig ungläubig angeschaut, wenn sie den Einheimischen erklärt sie sei nich von hier. Und wirklich, unter den verschieden dunklen Teints hier in Panama und mit ihrer Grösse, passt sie perfekt zu den Einheimischen. Dies kann Christian nicht behaupten, gross und mehr oder weniger immer noch weiss wie Milchreis, wird er, wenn er alleine unterwegs ist, viel mehr von Trödlern angequatscht als in Begleitung der vermeintlichen Einheimischen.
Unsere Gastfamilie wohnte etwas ausserhalb des Ortes, ca. 30 Minuten vom Zentrum und somit von der Schule entfernt. Entweder machten wir uns zeitig auf den Schulweg der viel befahrenen Hauptstrasse entlang, oder wir stellten uns an den Strassenrand und warteten auf ein Sammeltaxi, das uns mit einheimischen Arbeiter in den Ort und wieder zurück zur Gastfamilie transportierte. Pendeln ist hier in Boquete denkbar einfach: Man stellt sich einfach an den Strassenrand und nach ein paar Minuten erscheint meist irgendein kleiner Bus oder ein Auto, welches noch über Platz verfügt. So etwas wie ¨der Bus ist schon voll, es hat keinen Platz mehr¨ gibt es hier gar nicht. Auch wenn der Bus für Schweizer Verhältnisse schon voll ist, haben magischerweise immer noch weitere Personen Platz. Mit ¨Tourist Christian¨ zusammen haben uns die Einheimischen sogar immer noch zwei Sitzplätze offeriert.
Herzensgut, aufgestellt und humorvoll, das waren unsere Gasteltern José Tomas und Loreila. Die beiden haben vier Kinder, welche teilweise zu Besuch kamen, doch schon alle ausgezogen sind. José ist Bauer und baut Kaffee, Bananen und verschiedene Gemüsesorten an. Loreila ist Hausfrau und eine hervorragende Köchin.
Der Aufenthalt bei der Familie gab uns einen sehr guten Einblick, auch in die panamesische Küche. Jeden Tag genossen wir ein anderes Menu inkl. Getränk zum Abendessen und sogar zum Frühstück. Es gab immer reichlich von allem und es war immer sehr gut, wenn auch nicht gerade sehr gesund… Mal kochte uns Lori gebratenes Hühnchen mit Reis, Platano und Salat, ein anderes Mal frittierte Bananen mit Fleisch, Reis und einem Bananenshake und einen Milchreis mit Bananen zum Dessert usw. Zum Frühstück probierten wir von Maisfladen mit scharfen Würstchen über Hójaldres (eine Art frittiertes Brot – eine Spezialität in Panama) zu Tortilla und Crema da Maiz alles aus.
Unser Zimmer im einstöckigen, pinkfarbenen Haus der Familie. Einziger Nachteil: Das Zimmer war gegen den Hauseingang gelegen, auf dessen Vorplatz die Hunde Wache hielten. Und diese bellten teilweise die halbe Nacht irgendwelche streunende Hunde, Katzen oder Passanten an.
Unser Zuhause in Boquete bei José und Loreila:
Boquete gilt als grösster Lieferant von einheimischem Gemüse in ganz Panama und ist bekannt für seinen Kaffeeanbau. Auf einer kleinen Finca mitten im Dschungel gelegen, schauten wir uns den Kaffeeanbau etwas genauer an…
…und probierten später im Dorf gleich das Endprodukt aus:
Die Woche in Boquete ist wie im Flug vergangen und hat uns super gut gefallen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt im kleinen Bergstädtchen mit seinen freundlichen Bewohnern und auch die Gasteltern sind uns ans Herz gewachsen. Und auch wenn wir morgen mit den besten Aussichten auf Strand, Meer und Sonne nach Bocas del Toro an der Karibikküste aufbrechen, verlassen wir Boquete doch etwas wehmütig…













