We did it! Auch Rekordsturmböen, kalte Temperaturen, Schnee und Regen konnten uns nicht davon abbringen, den Kepler Trek bis zum Ende zu wandern. Wo andere Wanderer umgekehrt sind, haben wir uns weitergekämpft, auch wenn wir zwischendurch vom Sturm mitsamt dem Rucksack von den Füssen gerissen wurden….
Aber alles der Reihe nach. Frisch erholt machten wir uns bei Sonnenschein auf zum Kepler Trek. Kurze Zeit später schüttete es dann bereits, bevor wieder der warme Sonnenschein durch die Baumwipfel drang, bis der nächste Regenschauer kam und so weiter und so fort. Das wechselhafte Wetter gehört zu dieser Region von Neuseeland einfach dazu. Als wir aus dem Wald heraustraten, staunten wir. Nicht etwa weil der Boden von Schnee überzuckert war, sondern weil die Hütte gemäss Wegweiser nur noch 30 Minuten entfernt war.
Da wir den Aufstieg in der Hälfte der angegebenen Wanderzeit gemeistert hatten, konnten wir es uns bereits am frühen Nachmittag bei Kaffee & Kokosnussschokolade in der warmen Hütte gemütlich machen und das schöne Panorama auf den Fiord unter uns geniessen.
Am Abend stellte sich dann Chefkoch Steiner an den Herd, um unser Schlemmermenu Pasta mit Apfelmus zu kochen.
Nach einer wenig erholsamen Nacht (danke an die Schnarchler in unserem Massenschlag) warteten wir am nächsten Morgen gespannt auf den Wetterbericht des Rangers. Der Weg in die nächste Hütte war gestern aufgrund des starken Windes und des Schnees noch gesperrt gewesen. Heute war dieser glücklicherweise wieder offen, doch die Wetterprognose des Rangers versprach einen spannenden Tag:¨Erwartet starken Wind, Schnee und im Laufe des Tages immer mehr Regen. Je früher ihr in der nächsten Hütte seid, umso besser.¨ Also machten wir uns gut eingepackt auf den Weg, so schlimm würde es ja wohl nicht sein. Wir sind ja schliesslich Bündner, sprich an Schnee & Berge gewohnt….
Der Schnee und die Berge bereiteten uns dann auch keine Mühe, was von den gewaltigen Sturmböen nicht zu behaupten ist. Ein paar Hundert Meter über dem Fiord, in einer Höhenlange in welcher bei uns zu Hause noch Wiesenblumen in allen Farben blühen, tobte hier ein Sturm, welcher selbst die legendären patagonischen Winde in den Schatten stellte. Wir rannten wenn nach einer Böe der Wind für einige Sekunden mal abflachte, wir lehnten uns so stark in den Wind, dass wir schräg gehen mussten, wir hielten uns an Wegmarkierungsstangen fest… und dennoch klebten wir (die Damen der lustigen Wandergruppe) regelmässig an Felsen, an welche uns der Wind geschleudert hatte. Oder lagen am Boden, weil uns der Wind mitsamt Rucksack von den Füssen genommen hatte und ein Aufstehen unmöglich war. Doch es gab nur einen Weg: Vorwärts.
In den beiden Schutzhütten unterwegs konnten wir kurz aufatmen und unsere Kräfte für die weitere Wanderung sammeln bevor es wieder in den Sturm hinausging.
Das schöne Bild täuscht. Wir hatten kaum Zeit, um den Regenbogen zu bestaunen. Zu sehr waren wir damit beschäftigt, gegen den Sturm anzukämpfen damit wir nicht vom Grat gewindet werden.
Karin war noch nie so froh gewesen, den Wald zu erreichen wie heute. Hier war vom Sturm kaum etwas zu spüren. Nun ging es nur noch abwärts bis zur Hütte, welche wir ganz knapp vor dem Regen erreichten. In der Hütte mussten wir jedoch zuerst einmal einfeuern und die Tische putzen. Denn der Ranger, der eigentlich dafür verantwortlich war, war bei seinem Spaziergang durch den Wald vom Wind überrascht und in den Fluss gewindet worden. Doch wir waren einfach glücklich in der Hütte angekommen zu sein, dem Sturm getrotzt zu haben und realisierten erst jetzt, wie müde die Muskeln von der Anstrengung eigentlich waren. Was für ein Wandertag!
Am nächsten Morgen war von Sturm nichts mehr zu spüren, stattdessen begrüssten uns ein blauer Himmel und Sonnenschein an unserem letzten Tag auf dem Kepler Trek.
Mal durch den Wald, dann entlang eines Flusses oder Sees führte uns der Weg. Unterwegs konnten wir immer wieder verschiedene Vögel beobachten. Nach dem gestrigen Sturm war heute ein genussvoller Wandertag. Doch für Karin, die sich eine Archillessehnenentzündung zugezogen hatte, wurde es eine schmerzhafte Wanderung und sie war froh, als wir den Endpunkt erreicht hatten.
Fazit: Der Kepler Trek war sehr abwechslungsreich und ein Erlebnis, welches wir so schnell nicht vergessen werden.
Von den Strapazen des Kepler Treks konnten wir uns dann bei schönstem Wetter am Lake Wanaka erholen.
Ein letzter Blick zurück….und dann verliessen wir die Seenregion und nahmen Kurs auf die Westküste.
Der Fox und Franz Josef Gletscher haben uns wenig beeindruckt, dafür die Spiegelung des Schneebedeckten Mt. Tasman und Mt. Cook im Morgendlicht des Lake Matheson. Auch der Badenachmittag in den 36 – 38 Grad warmen Glacier Hot Pools war sehr entspannend.
Alle anschnallen! Auf zur Westküste….
Ausblick auf die wilde Westküste der neuseeländischen Südinsel, welche uns schon bei unserem ersten Besuch in Neuseeland beeindruckt hatte.
Ebenso hatten wir unsere Unterkunft vom letzten Besuch in bester Erinnerung und so checkten wir wieder im Punakaiki Beach Hostel ein. Wie der Name verspricht, ist dieses direkt am Strand gelegen. Und schon hinter dem Haus fängt der Regenwald an.
Leider nicht zum essen, die Pancake Rocks in Punakaiki
Regenwald, der bis an den Strand reicht – das ist die wilde Westküste. In Punakaiki gibt es weder Supermarkt noch Cafes, hier kann man die Ruhe und Natur in vollen Zügen geniessen.
Und wem das zu wenig spannend ist, der kann sich im ¨Jenga¨ spielen versuchen. Hier stieg der Adrenalinpegel von Karins Mami uns ihrer Kollegin Denise gewaltig (dafür haben sie sich die Kosten für einen Bungy-Sprung gespart
).
Auch bei den abendlichen UNO-Spielrunden waren Karins Mami und Denise mit Eifer dabei. Ja, es gefiel ihnen sogar so gut, dass sie darüber nachdenken, den wöchentlichen Laufträff in einen UNO-Spielträff umzuwandeln
Im Norden der Südinsel wollten wir noch etwas Sonne tanken. Und so machten wir uns auf nach Golden Bay zu Strand, Sonne, Meer und noch viel mehr….
Christian versuchte sich zum ersten Mal im Stand up paddling - und das sehr erfolgreich! Ob man damit auch die Plessur von Langwies nach Chur runterschippern kann
?
Auf der Wanderung im Abel Tasman National Park herrschten etwas andere Wetterbedingungen als auf dem Kepler Trek, so dass wir uns sogar für einen Schwumm ins kühle Meer wagten.
Nach einem wunderschönen Tag im Abel Tasman Nationalpark konnten wir uns auf eine spezielle Übernachtung freuen! In einem House-Truck, hoch über dem Golden Bay gelegen, würden wir die Nacht verbringen. Es war fantastisch!
Home sweet home! Blick in den House-Truck, wo es alles gibt was man braucht, einfach im Kleinformat.
Wir geniessen die Abendsonne vor ¨unserem¨ House-Truck.
Ein perfekter Reisemoment! Genuss pur bei einem Bad in der Abendsonne mit Blick auf die Bucht und einem Glas neuseeländischem Weisswein während aus dem Truck Musik ertönt.
Wir sassen noch lange draussen an diesem Abend, schauten in den klaren Sternenhimmel und hielten nach Sternschnuppen Ausschau. Die einzigen Geräusche waren das Rauschen des Meeres in der Bucht, der Wind der durch die Baumwipfel strich und das zirpen der Grillen.
Am liebsten wäre Karin am nächsten Tag mit dem House-Truck anstatt unserem Mietauto weitergefahren. Doch weit wären wir wahrscheinlich nicht gekommen….
Als wir auf dem Farewell Spit (einer Sandzunge, welche im Norden der Südinsel sichelförmig ins Meer hinausragt) herumwanderten, wähnten wir uns eher in der Wüste als in Neuseeland. Doch wenn wir zurückschauten, erblickten wir das tiefblaue Meer und dahinter die grünen Hügel der Küste hinter uns.
Hier gefällt es nicht nur uns, sondern auch den schwarzen Schwänen.
Bei einem Ginger Beer geniessen wir nochmals die traumhafte Aussicht auf den Farewell Spit.
Noch viel schöner im Orginal anstatt als Gemälde: Die Pupu Springs, eine natürliche Frischwasserquelle, schimmerte in allen Farben.
Im Früchteparadies! Entlang der Strasse hatte es immer wieder Stände, an welchen frische Früchte verkauft wurden. Den Damen gefiels und so probierten sie und kauften ein…..
…..und Christian trug dann alle Äpfel und Birnen heim, ääähm zum Auto.
Dafür gab es dann im kreativen Jester House Cafe ein stärkendes Mittagessen.
In Nelson genossen wir die warmen Temperaturen und die Annehmlichkeiten eines kleinen Städtchens. Auf dem Samstagsmarkt konnte man von frisch gebackenem Brot über Socken aus Merinowolle bis zu Bildern (fast) alles kaufen. Nett, aber nicht so beeindruckend wie unsere Gastgeberin Sue uns den Markt angepriesen hatte.
Im historischen Cottage, in welchem wir in Nelson übernachteten, waren wir nicht die einzigen Besucher. Auch die Nachbarskatze Smash schaute immer wieder auf eine Streicheleinheit vorbei. Von den Pflaumen im Garten konnten wir so viel essen wie wir wollten. Und so landeten diese nicht nur im Zmorgen-Müesli, sondern wurden auch zur Wähe verarbeitet.
Unterwegs an der Ostküste ins Whale Watching Örtchen Kaikoura.
Auf einem wunderschönen Weg wanderten wir in Kaikoura der Küste entlang, genossen die traumhaften Ausblicke und schauten den Seehunden zu. Karins Mami und Denise unternahmen eine Whale watching Tour und konnten die imposanten Tiere beobachten.
Sultan Christian in seinem Reich
Naja, nicht ganz. Eigentlich sind wir hier in unserem Bed and Breakfast in der Nähe von Christchurch. Der Farmstay entpuppte sich als Villa, Willkommens-Muffins und gekochtes Frühstück inklusive.
Den letzten Abend zu viert genossen wir bei einem sehr feinen Essen in einem italienischen Restaurant und liessen die letzten 5 Wochen noch einmal Revue passieren. Es war eine schöne und spannende Reisezeit zu viert gewesen, welche wir sehr genossen haben. Vielen Dank für euren Besuch!
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge von den beiden. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und so fiel uns der Abschied schwer. Besonders Karin genoss die einmalige Erfahrung mit ihrem Mami fünf Wochen unterwegs zu sein und Neuseeland zu erkunden.
Nun sind wir also wieder zu zweit unterwegs und freuen uns auf eine völlig neue, noch unbekannte Welt – Asien. Schon morgen startet unser Flugzeug in Richtung Bangkok. Fortsetzung folgt…
















































