Eigentlich hatten wir unseren Bedarf an Grossstädten nach Japan für eine Weile gedeckt. Doch da unsere Reise von Japan nach Kambodscha via Singapur führte und wir schon einige Male nur den Flughafen beim Umsteigen gesehen hatten, wollten wir die Gelegenheit nutzen und auch diese Stadt kennenlernen.
Grosse Erwartungen hatten wir nicht, als wir mit der Metro Richtung Stadt fuhren. Bevor es uns ins Stadtzentrum zog, brauchten wir erst einmal eine kleine Auszeit, um uns erstens von unseren langen und erlebnisreichen Tagen in Tokyo zu erholen, zweitens das Erlebte von Japan zu verarbeiten und drittens natürlich, um uns auf den bevorstehenden Volunteer-Einsatz in Kambodscha vorzubereiten.
So bezogen wir für die ersten paar Tage ausserhalb des Zentrums ein Zimmer in einer Wohngemeindschaft mit zwei Vietnemesinnen und einer Französin. Sauberkeit schien bei den drei Frauen nicht gerade hoch im Kurs zu sein, so dass wir unser spartanisch eingerichtetes Zimmer zuerst einmal etwas putzen mussten. Während uns die Französin (eigentlich auch nur eine Untermieterin der Wohnung) freundlich mit Rat und Tat zur Seite stand, hörten wir von den beiden Vietnamesinnen meist nicht einmal ein “Hallo” wenn wir sie trafefn, dafür jedoch umso lauteres Rülpsen durch unsere Zimmertüre. Doch erholen konnten wir uns und zwar im Swimmingpool gleich vor dem Haus. Die Wohnung lag in einer Wohnsiedlung mit mehreren Hochhäusern, eigenem Bus zur Metro sowie Tennis und Joggingsbereich für die Eigentümer der Wohnungen. Alles einfach und bequem, wie so vieles in Singapur.
Es gibt wohl kaum eine andere Stadt, welche so viele Menschen aus verschiedensten Kulturen beheimatet. Chinesen, Malaysier Inder, Tamilen sind wohl in der Überzahl, doch auch viele Europäer arbeiten in der multikulturellen Stadt.
Die multikulturelle Bevölkerung prägt das Stadtbild und so kann man in Singapur eine kleine Reise durch Asien unternehmen. Sei es beim erkunden des muslimischen Viertels, des Chinatowns und des Viertels “little India”(kleines Indien). In letzterem findet man nicht nur hinduistische Tempel sondern auch das bunte Treiben, das wir von Indien her kennen.
Mit den unterschiedlichsten Menschen hat natürlich auch die ganze Vielfalt der asiatischen Küche Einzug erhalten. So waren die Mahlzeiten in dieser Woche eine Art asiatischer Rückblick auf die bereits bereisten Länder. Nicht immer war bei der grossen Auswahl der Entscheid ganz einfach. Was solls denn heute sein: Ein indisches Curry, japanische Sushi oder doch lieber ein aromatisches Thai Curry?
Sogar ein Stück Schweiz liess sich in den vielfältigen Einkaufsstrassen finden. Doch auf eine richtige Rösti gedulden wir uns jetzt noch bis wir wieder zu Hause sind.
Aber vor allem ist Singapur eine moderne Metropole mit futuristischen Gebäuden, die so geplant und gebaut wurden, dass sie schon fast einer künstlichen Welt entsprechen.
Wenn es dunkel wird, dann wirken all die Wasser- und Lichtspiele wie ein gigantisches Schauspiel.
Auch in einen riesigen botanischen Garten hat die Stadt gleich hinter den modernen Hochhäusern investiert. Schön zum Spazieren und abschalten, aber die riesigen Kunstbäume erinnern einem daran, dass man sich in einer von Menschenhand geschaffener Naturwelt befindet.
Natürlich kann man auch hier bei Einbruch der Dunkelheit eine Lichtshow mit Musik miterleben.
Unser Fazit – Essenstechnisch ist Singapur ein Paradies und wer gerne spektakulär inszenierte Shows mag, der kommt voll auf seine Kosten. Allerdings ist es auch ein künstliche Stadt und so haben wir den Charme der Stadt nicht gefunden.
Wie wir den Wechsel in ein kleines Dorf aufs Land im ärmlichen Kambodscha gemeistert haben, könnt ihr in der nächsten Rubrik weiterlesen.





