Leh ist der Hauptort in Ladakh und unser Ausgangsort für alle Treks. Man trifft hier nicht nur die von den Tibetern abstammende Bevölkerung, sondern auch Menschen aus Südindien und vor allem auch Muslime aus dem benachtbarten Kashmir. Leh ist Umschlagplatz, früherer Durchgangsort der Seidenstrasse und Tourismusdestination für Indiens Himalaya, kurzum in Leh ist immer etwas los.

Wir waren sehr überrascht, als wir bei unserem ersten Rundgang durch den Ort viele Früchte-und Gemüsestände sahen. Meinte Karin sie habe nach Indonesien für lange Zeit ihre letzte Mango gegessen, so wurde sie hier positiv überrascht.
Doch wo in aller Welt wachsen all die exotischen Früchte in dieser Einöde? Das grüne Paradies heisst Kashmirgebiet und liegt ca. 400km westlich von Leh. Es wird auch verglichen mit der Schweiz und galt früher als top Feriendestination der Inder. Seit dem Kashmirkonflikt gilt die Region als instabil und Ladakh hat die Rolle der Touristendestination übernommen.
Auf den Strassen Lehs wird aber auch noch viel anderes verkauft: 
Wahrzeichen von Leh ist der riesige königliche Palast aus dem 17. Jahrhundert. Aber auch die Moscheen in der Altstadt prägen das Bild von Leh.
In den Gassen zwischen den Steinhäusern im alten Stadtkern kommt man sich vor wie im Mittelalter. Kühe und Schafe zwängen sich an die Mauern, Sandziegel werden von Männern auf dem Rücken getragen während Händler ihre Waren anbieten. Es raucht aus den Kashmiri Bäckereien, wo man für 5 Rp. ein feines Fladenbrot bekommt. 
Ja, in den ersten Tagen fühlten wir uns ein wenig fremd in dieser Stadt, heute geniessen wir die Annehmlichkeiten, welche Leh bietet. Vor allem die grosse Auswahl an verschiedenem Essen zwischen den Treks. Da gibt es Indisches Paneer, Tibetische Momos, Wiener Schnitzel, Essen rund um die Welt. Da genemigt sich sogar Karin einen Burger (in der Schweiz undenkbar
).
Auch einen Geburtstagskuchen für Christian liess sich leicht auftreiben, wimmelt es doch nur so von Bäckereien.
Zum Geburtstag hat sich Christian eine rasante Abfahrt vom höchsten mit dem Fahrzeug erreichbaren Pass der Welt gewünscht. Die Fahrt mit dem Fahrrad vom 5602m hohen Khardung La zurück nach Leh auf 3400m war zwar holprig und staubig, doch traute er sich das Abenteuer in seinem Alter gerade noch zu
Leh, die 40´000 Einwohner zählende Stadt ist eine grüne Oase im kargen Ladakh.
In Leh begegnet man nicht nur vielen Leuten und hupenden Fahrzeugen, sondern auch unzählige herrenlose Tiere bewegen sich mitten im Getümel und suchen im Abfall nach Essensresten. Karin wollte schon einen der herrenlosen Esel in die Schweiz senden lassen, wäre die indische Post nur nicht so unzuverlässig.
Spannend wird es immer wenn Geld gefragt ist. Da hier natürlich nur bar bezahlt werden kann, gleichen die Ausflüge zu den Geldautomaten meist einer Völkerwanderung und man ist nie sicher wie viel Geld man beziehen kann. Die Schlange am Eingang beantwortet dann schon einmal die Frage, ob der Automat funktioniert, resp. mit Geld gefüttert wurde. Nach einer halben Ewigkeit Anstehen stellt sich die nächste Frage ¨Wie viel Geld kann man beziehen?¨. Meistens sind das nur kleine Beträge, so dass jeder mehrere Male Geld beziehen muss. Dies wiederum verlängert die Schlange am Eingang, so dass sich schon mal gut und gerne 50 Leute an die Geldquelle drängen.
Wie heisst es so schön – ¨geben sie den Pin-Code verdeckt ein¨- ha, von wegen. Jeder quetscht sich so nahe an den Geldautomaten wie es geht. Da schauen dir drei Inder über die Schultern und fingern dir gut gemeint auf das Display, in der Annahme es gehe dann schneller vorwärts.
Hat man vom hektischen Treiben in der Stadt genug, ist man in wenigen Minuten beim imposanten Palast, in welchem in früheren Zeiten die königliche Familie residierte. Steigt man nochmals höher, kommt man zur Tsemo Gompa, die über der Stadt trohnt.
Bei einem Abendspaziergang fanden wir bei der Shanti Stupa einen anderen wunderbaren Ausblick von der Westseite Lehs.
Rund um Leh liegen einige sehenswerte buddistische Klöster, hier Gompas genannt. Oft sind diese erhöht gebaut, was den Mönchen einerseits einen schönen Blick übers Tal veschafft und sie andererseits natürlich näher beim Himmel sein lässt. Übrigens, seit Anfangs Juli ist auch der Dalai Lama in Leh und jeden Tag pilgern viele Buddisten zu seiner Residenz, um am Kalachakra Fest teilzunehmen.
Chemre Gompa…..
Stanna Gompa…..
Spituk Gompa….
und über dem Örtchen Thikse trohnt natürlich auch ein Kloster.
Die Inder lieben schmalzige Bollywood Filme mit viel Tanz, Gesang und einem romantischen Happy End an einem schönen Ort. Ein bekannter Bollywood Film, namens ¨Drei Idioten¨ wurde am Pangong See in Ladakh gedreht. Seither ist der See in Indien ebenso bekannt wie das Matterhorn in der Schweiz. Selbstverständlich gehört ein Besuch beim See für jeden Inder zum Pflichtprogramm wenn er in Ladakh in den Ferien ist. Die holprige 6-stündige Fahrt auf schlechter Strasse von Leh zum Pangong See hält da niemanden davon ab, den Drehort des Filmes zu besuchen. Wir wollten dies auch tun, allerdings nicht wegen des bekannten Films (Bollywood Filme sind nicht so unser Geschmack..), sondern weil wir das schöne Blau des Sees, umgeben von den kargen und doch verschieden farbigen Berge auf den Postkarten gesehen und faszinierend gefunden hatten. Unser Taxi, welches wir mit einem kanadischen Paar teilten, reihte sich also in den Wagenkonvoi, welcher sich über die Schotterstrasse den Chang La Pass hinaufschlängelte, ein. Unser Fahrer, dessen Namen wir uns sehr gut merken konnten (er stellte sich vor mit ¨Lädeli¨
) war ein echter Profi. Er fuhr wie ein Rallypilot und überholte Auto um Auto. Dank Lädeli waren wir schon nach fünf Stunden am Pangong Lake.
Ähhm, Moment mal! Als wir über eine Kuppe fuhren und einen ersten Blick auf den See sowie die umliegenden braunen Berge erhaschten, wähnten wir uns am Lake Tekapo auf der Südinsel Neuseelands. 
Hin und weg waren wir nicht gerade beim Anblick des Sees. Waren die Farben nicht so wie wir sie auf den Postkarten gesehen hatten. Vielleicht lags auch am Wetter, das sich nur kurz von der Sonnenseite zeigte. Etwas Mysthisches hatte der Ort dann aber doch. Und als die meisten Tagestouristen die Rückfahrt antraten, gefiel es uns immer besser.
Wann immer wir auf unserer Weltreise in den Bergen unterwegs sind, ist Christian überglücklich. Karin hingegen liebt das Meer, Seen und Küstenlandschaften. Ist sie doch der Ansicht, dass wir die schönsten Berge ohnehin in Graubünden haben
Während also Christians Lieblingsregion in Kanada die Rocky Mountains im Westen waren, machte Karin im Osten, insbesondere auf der Halbinsel Nova Scotia, Freudensprünge.
Obwohl nicht ausserordentlich spektakulär wurde Karin daher dennoch vom Pangong See in den Bann gezogen. Nach so viel Bergen genoss sie den See in vollen Zügen während Christians Blick vor allem den umliegenden Bergen (und natürlich Karin
galt.
Wir hatten die Rückfahrt mit Lädeli erst am nächsten Tag gebucht und so kamen wir zu einer Übernachtung der besonderen Art.
Mit etwas Handeln bekamen wir ein Luxuszelt für einen Drittel des regulären Preises auf dem Prospekt. Das Zelt war ausgestattet mit Teppich, einem richtigen Bett, einer Lampe (sprich mit Strom), Daunendecke und war um einiges grösser als unsere durchschnittliche Unterkunft.
Ensuite Badezimmer natürlich inklusive.
Wir kamen uns vor wie zu Kolonialzeiten, als die edlen Damen und Herren aus Europa auf Reisen in ihren Hauszelten übernachteten.
Im Preis inkl. war natürlich auch ein Viergänger zum Nachtessen und ein reichhaltiges Frühstück im noch grösseren Essenszelt.
Chauffeur Lädeli, der im Auto übernachtet hatte, brachte uns wieder sicher nach Leh zurück.
Hier wollen wir unseren letzten Trek in Ladakh organisieren. Es soll ein ganz spezieller werden: Ein Nomadentrek mit Pony und Zelt in die Abgeschiedenheit der Hochebenen Ladakhs. Wir hoffen dass alles klappt und wir euch bald davon berichten können.







