Japan ist bekannt für seine einzigartige Kultur, moderne Städte, Sushi und vieles mehr. Aber hättet ihr gedacht, dass auch traumhafte Strände mit türkisfarbenem Meer in Japan zu finden sind? Wir wussten dies auf jeden Fall nicht, waren aber von den Bildern in unserem Reiseführer so begeistert, dass wir auch dieses etwas andere Japan kennen lernen wollten. So flogen wir mit der Peach- Airline auf die Inselkette Okinawa, ein paar hundert Kilometer südlich der Hauptinsel gelegen.
Die Ferieninseln sind den Japanern und auch vielen Amerikanern nicht verborgen geblieben und deshalb findet man die abgeschiedenen einsamen Strände eher selten. Auf der 500 Seele-Insel Zamami sollte es noch ruhiger zu und her gehen als auf der Hauptinsel, da es eine eine längre Bootsfahrt vom Hauptort Naha entfernt ist.
Schon die Schiffsfahrt offenbarte wunderbare Blicke auf weisse Sandbänke mitten im Meer und das schöne Wetter versetzte uns gleich in die passende Ferienstimmung.
Das Programm der vier Tage auf Zamami ist schnell erzählt. Wir genossen jede Minute an traumhaften Stränden mit schnorcheln, baden und süssem Nichtstun.
Mit dem Fahrrad hatten wir schnell unsere kleine Insel erkundet und genossen romantische Sonnenuntergänge.
Sogar hier auf der Insel Zamami findet man die einsamen Strände kaum noch. An manchen Strandabschnitten gibt es sogar eine Badeaufsicht und es wird streng darauf geachtet dass man das vorgegebene Schnorchelgebiet nicht verlässt. Grosse Gebiete gehören zu einem Nationalpark und die Regeln sind strikt, vor allem für Nicht-Japaner. Als wir zu einem türkisfarbenen Strand kamen, sprang der Bademeister gleich auf uns zu und bombadierte uns mit allen Verhaltungsregeln fürs Baden an diesem Korallenriff. Kein Problem dachten wir, doch dass seine Landsleute mit den Flossen auf den Korallen herumwatschelten als sei es ein Kneippanlage, schien ihm völlig egal zu sein. Es war augenscheinlich, dass das Verhältnis zwischen Japanern und Touristen auf ganz Okinawa nicht so herzlich ist wie auf der Hauptinsel. Der Grund scheint uns verständlich, blieben viele Amerikaner nach der Besetzung während des zweiten Weltkriegs bis heute auf Okinawa. Die meisten arbeiten für die Armee, welche noch immer riesige Stützpunkte auf vielen Inseln besitzen. Mehrmals täglich fliegen amerikanische Kampfjets ohrenbetäubende Übungen und so ist man nicht erstaunt über die kühlen Begegnungen gegenüber Westlern.
Viel zu schnell verging die Zeit auf Zamami, doch noch blieben uns einige Tage auf der grössten Insel Okinawas.
Von der Stadt Naha aus starteten wir mit unserem Mietauto um auch auf der dicht besiedelten Ferieninsel einige abgelegene Plätzchen zu finden. Die vielen Hotelanlagen zwischen den weissen Strandabschnitten und den dahinterligenden Schnellstrassen erinnerten uns ein wenig an die Hawaiianische Ferieninsel Maui und auch hier wurde oft Englisch gesprochen. Doch mit unserem Mini-Suzuki konnten wir auch entlegenere Küstenregionen ansteuern.
Unser Gastgeber für die ersten beiden Nächte war auch ein Amerikaner und gefunden haben wir ihn über Airbnb. Diese Plattform ist eine der Enteckungen unserer Reise. Dank Airbnb konnten wir schon an aussergewöhnlichsten Orten, in ausgefallenen Unterkünften bei spannenden Besitzern übernachten. Das preisgünstigste Angebot haben wir hier auf Okinawa entdeckt. Bei John konnte man zu zweit für 9 Franken übernachten und dies im teuren Japan. Kleines Detail, die Nacht verbrachten wir nicht in einem Zimmer, sondern in einem Zelt. Und dies nicht auf seinem Grundstück, sondern an einem abgelegenen Strand. Wir als geübte Camper waren gespannt, wollten auch dieses Airbnb Angebot ausprobieren und steuerten spätabends das Haus von John an. Dieser wartete bereits mit Zelt auf uns, um uns den geheimen Strand zu bringen. Wir waren schon ein wenig irritiert als wir an einem Hügel, weit weg vom Meer, unser Zelt entgegen nahmen. Dachten wir das Haus von John sei in der Nähe des Strandes, hatten wir weit gefehlt. John schnappte sich ein Bier, setzte sich auf einen der drei Vierradmotorräder, die vor seinem Haus standen und sagte wir sollen ihm nachfahren. Mit unserem Kastenmietauto folgten wir ihm im Zickzack über Feldwege und Holpersteine bis wir im Dunkeln tatsächlich zu einem Strand kamen. Im Schein unserer Stirnlampe stellten wir mit seiner Hilfe das Zweierzelt auf, ein Militärzelt wie sich herausstellte. Das Haus sei jederzeit offen, meinte er, und wir könnten Dusche und Küche benutzen. Wir waren uns jedoch nicht so sicher, ob wir überhaupt den Weg zu seinem Zuhause wieder finden würden. Auf die Frage, ob das Campen an Stränden erlaubt sei, meinte er nur, es habe sich auf jedenfall noch nie jemand beschwert. Und schon war John mit seinem Bier in der Hand auf und davon gerauscht.
Ein wenig mulmig war es uns schon, hatten wir keine Ahnung an welchem Strand wir uns befanden und ob es nicht Probleme mit den korrekten Japanern geben könnte. Doch es war weit und breit kein Licht zu sehen ausser der Mond, der die Umrisse der Bucht erkennen liess. Und Im Ernstfall könnten wir immer noch John haftbar für unseren ungewöhnlichen Übernachtungsort machen. Noch lange sassen wir vor dem Zelt, hörten dem Rauschen der Wellen zu und beobachteten die Krabben die sich auf Nahrungsuche begaben.
Tatsächlich hatten wir am nächsten Morgen Mühe das Haus von John wieder zu finden. Die Tür war offen und niemand schien zu Hause zu sein. Doch halt, da war ja doch jemand. Nein, es waren nur die beiden Roboterstaubsauger, die uns um die Beine fuhren. Karin machte Kaffee umgeben von einem Arsenal an Waffen an der Wand, während Christian nach einer Steckdose im Nebenzimmer suchte und fast über ein Mädchen, das am Boden lag, stolperte. Kurze Zeit später kam eine Frau, nur mit einem Badetuch bekleidet, aus der Dusch und ein zweites Kind stolperte verschlafen in die Küche. Aha, da wohnte ja doch noch jemand. John hatte uns nichts davon gesagt. Ja, so selbstverständlich gehen wir schon bei fremden Leuten ein und aus, machen uns Frühstück nehmen eine Dusche und machen uns keine Gedanken dabei. Am Anfang unserer Reise hätten wir uns wahrscheinlich noch nicht so wohl gefühlt bei der Sache.
Auf der Suche nach schönen Stränden überquerten wir immer wieder mal kilometerlange Brücken, welche kleinere Insel miteinander verbanden. Auch hier fanden wir türrkisfarbenes, schimmerndes Meer, das zum Baden einlud. Nur war meistens der Zugang verbaut oder der Strand gehörte zu einer der zahlreichen Hotelanlagen.
Wer baden wollte, suchte sich einen öffentlichen Strand, wo man brav Eintritt bezahlte. Dafür war das Angebot an Schwimmringen und Badetierchen im Übermass vorhanden und mindestens vier Bademeister liessen den abgezäunten Schwimmbereich von 20 auf 20 Metern nicht aus den Augen. Dazu gibt es noch zu bemerken, dass die tiefste Stelle bei Flut Christian gerde mal bis zum Bauchnabel reichte, Badevergnügen pur
. Den Japanern schien dies nichts auszumachen und auch so wagten sich die meisten nur mit Schwimmring in den seichten Wasserbereich (einmal mehr-Sicherheit geht in Japan über alles).
Einen Besuch der besonderen Art erlebten wir im nördlichen Okinawa in einem der grössten Aquarien der Welt. Wir tauchten ein in eine gigantische Unterwasserwelt und staunten nur…
Wir sahen Quallen, Mantarochen, Haie, Krabben und Fische, die wir noch nie gesehen hatten.
Der Star war der grösste Fisch auf Erden, der bis zu 15m grosse Walhai.
Im Wissen, dass es den armen Kreaturen in den Weltmeeren besser gefallen würde, ist das Chiraumi Aquarium der Publikumsmagnet auf Okinawa. Da darf ein Erinnerngsfoto natürlich nicht fehlen.
Wir haben das entspannte Südsee- Fair mit den schönen Stränden auf Okinawa genossen, freuen uns aber dass wir noch einige Wochen im ´richtigen´ Japan vor uns hatten.




















