Paradiesische Küstenregion

Jagd auf Leoparden

Der Yala Nationalpark gilt weltweit als der beste Ort, um die schüchternen Leoparden zu beobachten. Zusammen mit dem schwedischen Pärchen, welches wir am Vortag bei der Fahrt vom Landesinnern in den Süden kennengelernt hatten, starteten wir also gespannt morgens um 5 Uhr zur Safari.

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Ja, wir waren nicht die Einzigen… Das wäre ja noch zu verkraften gewesen, doch die ungeduldigen Einheimischen sind mit ihrer Mentalität nicht so gut als Fahrer bzw. Guide geeignet. Mittels Handy miteinander verbunden, raste unser Fahrer jeweils durch den Park sobald er den Anruf bekam, dass irgendwo ein Leopard gesichtet worden war. Selbstverständlich waren dann schon mind. 10 andere Jeeps da bis wir ankamen und alle Touristen starrten in irgendeinen Baum. Tatsächlich sichteten wir mal vier Pfoten, dann einen Leoparden-Schwanz und schlussendlich – für Sekundenbruchteile – einen ganzen Leopard. ¨ Ihr könnt euch glücklich schätzen, nicht alle Gäste sehen so viele Leoparden¨, meinte unser Guide stolz. Wirklich, in Sri Lanka nennt man das Tiere beobachten?! Zugegebenermassen sind wir in Punkto Safari von Afrika, wo wir alleine mit dem Auto in den Nationalparks herumkurvten, auf eine erlebnisreiche Morgenpirsch mit einem Ranger und sogar zu Fuss auf Elefantensuche gingen, etwas verwöhnt. Doch die Herumraserei im Yala Nationalpark hatte für uns definitiv nichts mit einer Safari zu tun und die Stimmung war dementsprechend auf dem Nullpunkt.

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Wir mussten unseren Fahrer schlussendlich regelrecht zwingen mit uns einfach durch den Park zu fahren und Ausschau nach Tieren zu halten. Und siehe da, plötzlich sichteten wir Krokodile, Affen, eine Herde Wildschweine und sogar Elefanten! Ja, Karins Tag war gerettet :-) Leider hatten wir mit der Herumraserei so viel Zeit verloren, dass wir nun kaum Zeit hatten, um die schönen Tiere zu beobachten.

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Nach dem Erlebnis im Yala Nationalpark verzichteten wir darauf in Sri Lanka noch einen weiteren Nationalpark zu besuchen. Die Enttäuschung und das Geld wollten wir uns lieber sparen.

Tangalle – unser Paradies in Sri Lanka!

Wenn es Sri Lanka an etwas nicht mangelt, dann sind es schöne Strände, hatten wir zumindest gehört. Perfekt also für uns, wollten wir doch einfach das Meer sowie das Nichtstun geniessen und das Erlebte auf dieser Weltreise noch einmal Revue passieren lassen. Doch welches ist der schönste Strand für uns? Schwierig, dies aufgrund des Reiseführers, dem Hörensagen oder den Informationen aus dem Internet zu wählen. So hatten wir lediglich drei Nächte im Küstenörtchen Tangalle gebucht und planten anschliessend von Strand zu Strand weiterzureisen. Da wo es uns gefällt,  wollten wir dann etwas länger bleiben.

Doch es kam anders, denn in Tangalle hatten wir bereits unser Paradies in Sri Lanka gefunden!

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Ein kilometerlanger, praktisch menschenleerer Sandstrand mit Kokospalmen erwartete uns direkt vor der Unterkunft.

DSC00336Mit unserer Unterkunft ¨ Tropical Garden¨ hatten wir einen Volltreffer gelandet. Mitten in einem riesigen Palmengarten direkt am Meer werden hier nur drei Zimmer und ein Bungalow vermietet, in Letzteren zogen wir ein. Blick aufs Meer bereits zum Frühstück vom Balkon aus, viel Ruhe und Platz im Palmengarten inklusive.

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Bereits am ersten Tag hatten wir das sichere Gefühl ¨Hier wollen wir so schnell nicht wieder weg!¨ und so wurden aus drei geplanten Nächten zwei Wochen.

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Da das Tropical Garden kurzzeitig ausgebucht waren, zogen wir für ein paar Nächte zu Robinson Crusoe, so sah die Unterkunft mindestens aus.

DSC00492Hier wurde uns täglich ein tolles Frühstück serviert,

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doch da hinter der Fassade das Meiste noch im Bauschlusspurt war, waren wir froh, als wir wieder zurück ins die Ruhe im Tropical Garden ziehen konnten.

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Unsere Tage waren ein einziger Traum, die einzige Sorge nicht von einer Kokosnuss erschlagen zu werden… Wir frühstückten mit Blick aufs Meer,

DSC00377spielten Badminton im Palmengarten (wir hatten uns in der Stadt für ein paar Franken Schläger gekauft und waren jetzt mit Feuereifer am Spielen),

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schlürften Kokosnüsse frisch von der Palme,

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spazierten dem langen Sandstrand entlang, kühlten uns anschliessend im Meer ab, schaukelten in der Hängematte und schliefen am Abend zum Rauschen des Meeres ein.

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Wenn wir am Strand lagen, zwitscherten wilde, farbige Wellensittiche in den Kokospalmen über uns und oftmals konnten wir auch Affen beobachten.

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Das Fischerörtchen Tangalle mit ein paar Geschäften sowie einem Früchtemarkt konnten wir zu Fuss erreichen und so war für ein frisches Reis und Curry zum Zmittag gesorgt.

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Oder wir gönnten uns einen frischen Fisch direkt am Strand.

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In Tangalle haben wir den perfekten Ort um auszuspannen gefunden. Hier im Süden, wo es noch nicht so touristisch ist, wo nicht Liegestuhl an Liegestuhl am Strand steht. Am fast menschenleeren Strand gab es höchstens ein paar Hängematten unter Palmendächern und ansonsten ganz viel Platz. Am Morgen konnten wir die Fischer beobachten, welche mit ihren schmalen, farbigen Booten an Land zurückkamen. Hier gibt es viel Ruhe, Natur und Zeit, um unsere Weltreise noch einmal Revue passieren zu lassen und in die Zukunft zu träumen.

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In Tangalle waren wir einfach nur überglücklich und haben unser Paradies in vollen Zügen genossen, waren dann aber doch etwas traurig als wir weiterreisten. Wir  reisen eigentlich nie zwei Mal ans gleiche Ort  - aber vielleicht könnten wir ja bei Tangalle eine Ausnahme machen :-)

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Geburtstagsfreuden in Unawatuna

Unawatuna – ein feiner, goldener Strand und klares, türkisfarbenes Wasser. Hätte man diesen Flecken Erde alleine geniessen wollen, so hätte man zwei Jahrzehnt früher sein müssen. Doch wir waren ja auch nicht wegen der Ruhe und Einsamkeit gekommen, sondern um Karins Geburtstag zu feieren, bereits der zweite auf dieser Weltreise!

DSC00555Und es wurde ein unvergesslicher Tag für sie – woran Christian nicht unschuldig war :-)

Am Vortag hatte es noch geregnet, doch heute strahlte der Himmel mit dem Geburtstagskind um die Wette. Kein Wunder, wurde sie doch bereits im Himmelbett mit frischem Kaffee und tropischen Früchten überrascht. Beim reichhaltigen Frühstück im Garten unserer Unterkunft, der Hibiscus Villa, blickten wir auf die üppige Vegetation von riesigen Pflanzen und hübschen Hibiscusblumen während eine ganze Affenfamilie in den Bäumen herumturnte.

Am Strand liessen wir uns dann nach einem Bad im warmen Meer in den goldenen Sand plumsen und genossen die Sonne.

Ein Geburtstagskuchen darf natürlich auch weit weg von zu Hause nicht fehlen. In Sri Lanka war die Ausführung einfach etwas tropischer mit einem frischen Kokosnuss-Limetten-Cheesecake.

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Am Abend speisten wir dann bei Marco – einem waschechten Italiener! Wir lieben die asiatische Küche zwar sehr, doch ein italienisches Menu (noch so langer Zeit!) schmeckte einfach himmlisch. Der Besitzer unserer Unterkunft hatte uns das versteckt gelegene Lokal empfohlen und gleich einen Tisch für uns reserviert. Wir schlemmten wie die Könige :-)

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Welche Überraschung! Nach dem Essen erschienen die Angestellten mit ihren Glückwünschen und einem Dessert. Mmmh, Panna Cotta!

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Was für ein wunderschöner Geburtstag ich in Sri Lanka erleben durfte! Vielen Dank auch an euch für die vielen Glückwünsche.

Bei Einheimischen im historischen Galle Fort

DSC00568Das historische Örtchen Galle wollten wir nicht verpassen und nach so viel Strand stand uns auch der Kopf nach etwas Stadt. Wir mieteten ein Zimmer bei einer einheimischen Familie mitten im Galle Fort, dem Altstadtteil mit Häusern aus der Kolonialzeit, gelegen. Die muslimische Lehrerfamilie war nicht nur äusserst gastfreundlich, sondern auch sehr interessiert an uns, der Schweiz sowie unseren Ansichten und so hatten wir spannende Diskussionen während wir den frischen Ingwertee tranken. Auf dem Bild hat uns die Gastmutter ein traditionelles Frühstück gekocht mit Curry, String Hoppers (einer Art dünne Nudeln), geraspelter Kokosnuss und Taschen gefüllt mit scharfem Gemüse.

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Wir waren sehr positiv überrascht von den Einheimischen, welche im Fort leben, waren sie doch allesamt sehr freundlich und offen. Sie plauderten munter mit uns wenn wir zum Beispiel nach dem Eindunkeln noch in den Gässchen unterwegs waren und wollten uns – im Gegensatz zu unseren übrigen Erfahrungen in Sri Lanka – nicht einmal etwas verkaufen.

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Der Fort mit seinen Altstadtgässchen, der entspannten Atmosphäre und den Ausblicken von der Mauer aufs Meer gefiel uns gut.DSC00590

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Im kleinen Fort stehen die christliche Kirche, muslimische Moschee und buddhistische Stupa nebeneinander. Doch die Liebe zu Cricket verbindet die Anhänger aller drei Religionen.

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Noch einmal Strand geniessen in Bentota

Und wieder einmal waren wir unterwegs im Zug, dieses Mal in der zweiten Klasse. Von Galle ging es der Westküste entlang bis nach Bentota.

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In der Anetta Villa, direkt an der Lagune gelegen, konnten wir nochmals die Ruhe und Wärme geniessen sowie einfach die Seele baumeln lassen. Oder wir radelten mit den kostenlosen Fahrrädern zum nahen Strand beziehungsweise für ein Reis und Curry in die Stadt.

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Besonders Christian liebte es vor dem Eindunkeln mit dem Velo durch die Gassen zu kurven und die verschiedensten Szenen im Leben der Einheimischen auf sich wirken zu lassen. Feuer werden entfacht und mit der Zubereitung des Nachtessen begonnen, Kinder gewaschen, Haustiere vom Feld nach Hause getrieben und viele Menschen sitzen zusammen für einen Schwatz.

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So kannte man Christian bald in der ganzen Nachbarschaft, es wurde immer freundlich gegrüsst und einige konnten es sich nicht verkneifen zu schmunzeln über den langen Weissen auf dem viel zu kleinen Fahrrad, dem die Knie beim Pedalen immer über die Lenkstange schauten. Und immer wieder trifft man auf Stimmungen, die kein Tourenanbieter einem organisieren könnte. An einem Abend fand Christian eine kleine Stupa mitten im Wald gelegen. Ein buddistischer Mönchsjunge spielte mit einem anderen Jungen und als sie Christian entdeckten, luden sie ihn spontan auf eine Besichtigungstour ein.

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Bentota ist ein touristisches Örtchen, was für uns mal wieder bedeutete: Feilschen was das Zeug hält, von früh bis spät, denn wir wollten nicht die überrissenen Touristenpreise bezahlen. Klar, Handeln gehört in Sri Lanka einfach dazu. Die Kunst des Handelns haben wir inzwischen natürlich gelernt, schliesslich reisen wir schon lange in Ländern mit einer ¨Handels-Kultur¨ herum. Doch in Sri Lanka hatten wir eher das Gefühl, dass man uns über den Tisch ziehen wollte, wo immer möglich. Dass Tuktuk Fahrer meist das Vierfache des normalen Preises verlangen und erst nach Diskussionen auf den normalen Preis herunterkommen, ist in ganz Asien gleich. Dass man aber beim kleinsten Strassenstrand, um den Preis des Essens feilschen muss, will man nicht das Doppelte oder gar Dreifache des normalen Preises bezahlen, haben wir in keinem anderen Land ausser in Sri Lanka erlebt. Kommt man direkt von der Schweiz hierher und unternimmt eine 3-wöchige Sri Lanka Reise dürfte einem das egal sein, ist ja doch günstiger als zu Hause. Doch wir sind schon so lange am Reisen, dass wir auch hier in Sri Lanka auf die lokalen Preise bestanden. Das Handeln blieb Christian überlassen, denn Frauen haben hier ausserhalb des Hauses nichts zu melden und sind dadurch in etwa so selbständig wie ein 5-jähriges Kind. Vom Bruder, Vater oder dem Ehemann werden sie beispielsweise zum Bus begleitet, zu einem Sitzplatz geführt (dass dieser immer neben einer Frau ist, hat einen Grund: Die Hände der Sri Lankischen Männer wandern gerne und kennen keine Grenzen…) und dann wird ihnen das Geld für die Fahrkarte in die Hand gedrückt. Unsere Gastgeberin in Colombo machte uns den Eindruck einer selbständigen Frau, mindestens in den eigenen vier Wänden. Doch sie erzählte uns, dass in Sri Lanka Frauen ausserhalb des Hauses eigentlich nur mit einem männlichen Mitglied der Familie unterwegs sind und sie daher sehr unselbständig und unsicher sei. Als sie mal eine Freundin in Italien besuchte, habe sie sich die ganzen drei Wochen nicht aus dem Haus getraut, weil sie – ohne Mann an der Seite – gar nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte und sich z.B. ein Glace kaufen konnte. Für uns unvorstellbar! Tja, die Männerwelt in Sri Lanka sammelte bei Karin keine Sympathiepunkte, dass sie dumm angemacht und man sie begrapschen wollte sobald sie sich mehr als 5 Meter von Christian entfernte, war daran nicht unschuldig.

Wir verabschiedeten uns vom Strand in Bentota und reisten weiter nach Colombo, wo wir die letzten paar Nächte verbringen werden bevor es zurück in die Schweiz geht.

Sri Lanka – eine Trauminsel?

In Sri Lanka haben wir unvergessliche Momente erlebt, fein gegessen, sind über Teeplantagen gewandert und haben unser kleines Paradies im Süden gefunden. Doch wir waren auch mal genervt, als uns beispielsweise der Hotelbesitzer in Ella nach zwei von ursprünglich vier gebuchten Nächten verkündete, wir müssten ausziehen, da er Gäste gefunden habe, die mehr fürs Zimmer zahlen und er damit ein besseres Geschäft machen konnte. Die Sri Lankische Herzlichkeit, welche wir eigentlich im Land erwartet hatten, erlebten wir leider eher selten. Zu oft ging es nur ums Geld.

Sri Lanka ist ein traumhaftes Land aber nicht eine perfekte Trauminsel von A bis Z, was wahrscheinlich kein Land der Erde von sich sagen kann. Doch es gibt wunderschöne Flecken, wo wir uns zwischenzeitlich im Paradies wähnten.

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